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    Freitag, 17. Mai 2024, 5:05 Uhr
    Freitag, 17. Mai 2024, 5:05 Uhr
    (Wdh.06:05, 07:05, 09:05, 12:05, 13:05, 18:05)

    Kontrafunk aktuell vom 17. Mai 2024

    Benjamin Gollme im Gespräch mit Peter Haisenko, Alex Baur und Michal Stahel – Kontrafunk-Kommentar: Jan David Zimmermann
    • Schüsse auf den Premierminister: Am Mittwoch griff ein Attentäter den slowakischen Politiker Robert Fico an. Der Angreifer wurde gefilmt und festgenommen. Seit Jahren ist er politisch aktiv. Wie gefährlich ist die slowakische Opposition? Das besprechen wir mit Michal Stahel in Bratislava. In der Schweiz hat ein Bürger eine Richterberatung heimlich mitgeschnitten. Das Tondokument zeigt aus seiner Sicht die Befangenheit der Richterin und die politisch gefärbte Justiz. Unser Gast zu diesem Thema ist der Gerichtsreporter und Korrespondent Alex Baur. Mit dem Verleger Peter Haisenko geht es um den Zwei-plus-vier-Vertrag. Ist Deutschland vertragsbrüchig? Und Jan David Zimmermann kommentiert die Genozid-Vorwürfe gegen Israel.

    • Kontrafunk im Gespräch mit Michal Stahel

      Anschlag auf Robert Fico

    • Kontrafunk im Gespräch mit Alex Baur

      Schweizer Justizskandal um Bezirksrichterin Simone Nabholz

    • Kontrafunk aktuell im Gespräch mit Peter Haisenko

      Zwei-plus-vier-Vertrag und Russland

    • Kontrafunk-Kommentar von Jan David Zimmermann

      Genozid

      Didi Hallervordens Gaza-Gedicht hat vor wenigen Wochen für Furore gesorgt: Ignorieren wir einmal die populistische Ästhetik des Beitrags von Hallervorden und wenden uns einem Begriff zu, der am Ende des Videos leichtfertig in den Mund genommen wird: Völkermord beziehungsweise Genozid. Seit Israels Gegenschlag auf den Gazastreifen wird der Begriff ständig bemüht: und zwar ab den ersten Stunden dieses Gegenschlags. Von Altlinken, von jungen woken Linken und oft auch von jenen Menschen, die sich empörten, dass der Terminus „Rechtsextremismus“ auf Kritiker der Corona-Maßnahmen inflationär angewendet wurde. Bei Israel sehen viele aber offenbar kein Problem darin, Begriffe leichtfertig zu verwenden, deren Tragweite kaum zu überschätzen ist. Genozid meint nämlich mehrerlei: Einmal ist es ein klarer völkerrechtlicher Terminus, von Raphael Lemkin für die UNO 1947 juristisch nach dem Holocaust ausgearbeitet.1 Zu entscheiden, was ein Genozid ist, ist aber alles andere als trivial und oftmals Gegenstand langjähriger Diskussionen zwischen Politik und trans- beziehungsweise internationalen Organisationen. Denn es gilt auch einen Nachweis für eine genozidale Intention zu bringen, was nicht immer gelingt.2 

      Zweitens ist Genozid ein geschichtspolitischer Begriff, mit dessen Hilfe „Nation Building“ und Politik betrieben wird. Ein Beispiel ist der Holodomor in der Ukraine, die große Hungersnot unter der Sowjetherrschaft in den 1930er-Jahren. Bis heute nutzen nationalistische ukrainische Kräfte diesen Begriff, um gegen Russland zu agitieren und die ukrainische Identität zu festigen, insbesondere seit den letzten zwanzig Jahren.3 Die Russische Föderation wiederum, die rechtliche Nachfolgerin der Sowjetunion, weist den Vorwurf des Völkermords bis heute zurück.4 Manche Länder erkennen den Holodomor als Genozid an, andere nicht. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine wurden die Genozidvorwürfe gegenüber Russland abermals reaktiviert, diesmal im aktuellen kriegerischen Konflikt.5

      Auch die Erinnerung an den Holocaust – den größten und einzigartig dastehenden Genozid im zeitgeschichtlichen Zusammenhang – wird von Israel zum Zweck der Festigung der nationalen Identität verwendet, was zwar nachvollziehbar, aber ebenso mit Problemen behaftet ist. Denn israelische Polit-Hardliner haben auch immer wieder auf den Holocaust verwiesen, um ihre politischen Anliegen durchzuboxen oder sich gegenüber Kritik zu immunisieren. Jedenfalls ist klar, dass der Begriff Genozid in unterschiedlichen Kontexten immer wieder von verschiedenen Seiten als aktivistischer Kampfbegriff in Verwendung ist, um eigene Interessen zu legitimieren oder andere Interessen zu delegitimieren. 

      Dies passiert auch gegenwärtig mit Blick auf die Palästinenser: Anstatt die Terrorgruppe Hamas in die Verantwortung zu nehmen, die die eigene Bevölkerung als Schutzschilde missbraucht und sie dem israelischen Gegenschlag direkt ausliefert, wird von propalästinensischen Akteuren von einem israelischen Genozid an der palästinensischen Bevölkerung gesprochen; viele propalästinensische Gruppen – etwa aus der BDS-Bewegung – versteigen sich dabei  gar zu der Behauptung, dieser Genozid finde seit 1948 kontinuierlich statt. Das ist nicht nur eine grobe Verharmlosung des Genozidbegriffs, sondern allein faktisch völliger Unsinn. Denn die Zahl der Palästinenser ist mittlerweile auf circa 5 Millionen im Gazastreifen und im Westjordanland angewachsen6, 1948 waren es hingegen nur 1,4 Millionen arabische Palästinenser im Gebiet in und rund um Israel.7 Die Population hat sich also in etwa vervierfacht. 

      Mit Blick auf den aktuellen Krieg ist die Verwendung des Terminus „Genozid“ nun abermals völlig eskaliert: Beim IGH in Den Haag wurde im Dezember 2023 eine Klage eingereicht, und der IGH prüft nun den Vorwurf eines Genozids an den Palästinensern. Interessant dabei: Auch die Türkei, deren Präsident Erdogan – ein Vorzeigemenschenrechtler, wie wir wissen – Netanjahu als Hitler bezeichnete, schließt sich mittlerweile der Klage an. Weiter pikant an der Sache: Ausgerechnet Südafrika hat diesen Antrag eingereicht, sprach völlig ernst gemeint von einer 75-jährigen Apartheid(!) Israels und ignorierte die Tatsache eines bewaffneten Konflikts zwischen Hamas und Israel gekonnt. Diese Darstellung, dass Israel nur Zivilisten niederbombt, ist nämlich – bei aller notwendigen Kritik an der Regierung Netanjahus oder an dem Vorgehen der israelischen Armee – eine Verkürzung der Realität. Es wird zwar davon ausgegangen, dass 60 bis 70 Prozent der im Gazastreifen Getöteten Zivilisten sind.8 Wahr ist aber auch, dass dies schließlich bedeutet, dass man derzeit von mindestens 30 Prozent toten Hamas-Kämpfern ausgehen kann; das wären dann etwa 9000–12.000 getötete Terroristen, und diese Zahl deckt sich in etwa mit den Aussagen der IDF9. Dies spricht Israel nun nicht davon frei, für humanitäre Unterstützung der Zivilbevölkerung zu sorgen, und Zahlen sind natürlich immer mit Vorsicht zu genießen. Es zeigt aber auch, dass hier nicht einfach unschuldige Frauen und Kinder getötet werden, sondern dass die israelische Armee ganz klar einen Krieg gegen eine bewaffnete Terrororganisation führt, die laut eigener Charta Israel vernichten will10 und mit ihrem Terroranschlag vom 07.10.2023 einen menschenverachtenden Vorgeschmack auf ihre eliminatorischen Ideen gegeben haben. Wenn Israel Kriegsverbrechen begeht – denn um einen Krieg handelt es sich hier –, dann muss dies scharf geahndet werden. Sie sind aber nicht gleichzusetzen mit einem Genozid. Mit dem Begriff Genozid sollte, nein, muss man gerade in dieser aufgeheizten Stimmung mehr als behutsam umgehen.

    Sponsor dieser Sendung:

    Schweizerzeit

    Sponsor dieser Sendung: Schweizerzeit
    Kommentare
    Winfried Schneider
    Zu Alex Baurs zensuriertem Artikel in der Weltwoche:

    ▪ 16. Mai, Weltwoche Daily Spezial, mit Roman Zeller (21 min.)
    https://weltwoche.ch/daily/das-bezirksgericht-meilen-hat-vorsorglich-die-loeschung-eines-online-artikels-der-weltwoche-ueber-den-abhoerskandal-um-richterin-simone-nabholz-verfuegt-die-chronologie-einer-zensur/

    ▪ 15. Mai, Die Chronologie einer Zensur, von Alex Baur
    https://weltwoche.ch/daily/das-bezirksgericht-meilen-hat-vorsorglich-die-loeschung-eines-online-artikels-der-weltwoche-ueber-den-abhoerskandal-um-richterin-simone-nabholz-verfuegt-die-chronologie-einer-zensur/

    ▪ 15. Mai, Teil 2: "Weil er geschwurbelt hat…" Tonaufnahmen einer geheimen Gerichtsberatun g, von Milan Krizanek (33 min.)
    https://x.com/milankrizanek/status/1790523800678805531

    ■ 9. Mai, Wie eine Zürcher Richterin vorsätzlich Recht biegt, von Alex Baur
    https://archive.ph/AbPes#selection-933.66-933.116 — Archivierte Fassung des unzensurierten Originals

    ▪ 8. Mai Teil 1: "Weil er geschwurbelt hat…" Kündigung, Lügen & die Impf-Frage, von Milan Krizanek (29 min.)
    https://x.com/milankrizanek/status/1788262091461107978

    Winnie Schneider
    Man wünscht sich intelligente Kommentare.
    Man erhält die […] eines Kavenzmännleins.

    kavenzmann
    Den unbelehrbaren Pallifreunden sei diese sehr klare Aussage ins Stammbuch geschrieben:

    „Israel und ein Großteil der Welt seien nach dem Völkerrecht gesetzlich verpflichtet, die völkermörderische Absicht der Hamas nach dem Massaker vom 7. Oktober zu stoppen“, sagte Eli Rosenbaum, ehemaliger Direktor des Büros für Sonderermittlun gen des US-Justizministeri ums, am Mittwoch in einem Interview mit der Jerusalem Post, in dem er auch den Missbrauch des internationalen Strafrechts zum Angriff auf Israel anprangerte und die Vorwürfe des Völkermords gegen den jüdischen Staat zurückwies.“

    https://www.jpost.com/israel-hamas-war/article-801461

    kavenzmann
    Der Pilot(!) und Verleger(!) Haisenko hat ganz offensichtlich keinerlei juristische Qualifikation in Völker- oder Staatsrecht. Anders kann man sich diese sinnfreie Rede über den 2+4-Vertrag nicht erklären.

    Es liegt keinerlei Grund dafür vor, diesen Vertrag zu kündigen. Und eine Kündigung seitens der RF hätte keinerlei Auswirkungen.

    Reine Nebelkerze eines RT-Bots. Pure Kreml-Speech.

    kavenzmann
    Israel war nach dem 7.10.23 viel zu sanft mit den Pallis.

    Gaza räumen und umpflügen wäre angemessen gewesen.

    Im übrigen gibt’s die Zwei-Staaten-Lösung schon längst: Jordanien und Israel.

    Aloe
    Es wäre schön gewesen wenn sich mit dem Kontrafunk eine objektive Nachrichtenquel le hätte installieren können. Aber was ihr da permanent über den Gazakonflikt bringt ist das Äquivalent zum Impfhurra des ÖÖR. Schön wäre es gewesen.
    Anton
    In dem Kommentar wird die schon ergangene Eilentscheidung des Internationalen Gerichtshofs vom 26.1.2024 verschwiegen, nach der es glaubhaft (plausibel) ist, dass Israel im Gaza-Streifen vorsätzlich (!) genozidale Taten im Sinn der UN-Völkermord-Konvention von 1948 begeht. Die Entscheidung erging mit 15:2 Stimmen, dafür stimmte auch die Vorsitzende Richterin aus den USA. Sie ist ausführlich und sehr sorgfältig begründet, wie auch die Klageschrift von Südafrika. Jeder kann dies im Netz nachlesen oder auf Youtube anschauen. Das Eilverfahren wird wegen der Rafah-Offensive seit gestern fortgesetzt, auch steht die Hauptsacheentsc heidung des Gericht noch aus. Doch sieht es nicht gut aus für Israel, das die Anordnungen des Gerichts weitgehend missachtet und die genozidalen Taten einfach fortsetzt. Natürlich ist das Verfahren ausgerechnet für Israel verheerend, deshalb wird alles getan, um es zu unter den Teppich zu kehren, klein zu reden und in allen möglichen Hinsichten zu framen. Und der Kontrafunk-Kommentator Jan David Zimmermann macht dabei eifrig mit wie die meisten Mainstream-Medien. Redlicherweise kann man das nicht durchgehen lassen. Ja, auch die Hamas und andere islamistische Gruppen haben am 7.10.2024 Kriegsverbreche n begangen, doch entlastet dies Israel unzweifelhaft nicht vom Vorwurf des Völkermords, z.B. durch den Abwurf von 900-Kilo-Bomben (aus US-Produktion) über dicht besiedelten Wohngebieten und das Abschneiden der Zivilbevölkerung von lebensnotwendig en Gütern.
    Winnie Schneider
    Als Zimmermann begann, die Verantwortung für Israels Reaktion der Hamas in die Schuhe zu schieben, drehte ich ihm den Ton ab. Er ist Wiederholungstäter und offensichtlich unbelehrbar. Jedenfalls alles andere als eine Zierde für den Kontrafunk.
    kavenzmann
    Der IGH ist hier überhaupt nicht zuständig. 😃

    Nimm und lies: „Der 1946 geschaffene Internationale Gerichtshof (IGH) hat seinen Sitz in Den Haag (Niederlande). Er ist das wichtigste Rechtsprechungs organ der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)⁠. Vor dem Internationalen Gerichtshof werden zwischenstaatli che Streitigkeiten verhandelt – sofern sich alle beteiligten Staaten der Gerichtsbarkeit des IGH unterwerfen.“

    Die Hamas ist kein Staat. Gaza ebenfalls nicht.

    Jura kann so schön sein …

    Anton
    Noch so eine Nebelkerze. Südafrika hat gegen Israel Klage vor dem IGH erhoben. Beides sind Staaten, die die UN-Völkermordko nvention unterzeichnet haben. Sie befinden sich in einem Streit, ob Israel in Gaza seit dem 7.10.2023 einen Genozid begeht. Damit ist der Rechtsweg zum IGH eröffnet, der sich auch für die Entscheidung im einstweiligen Rechtsschutz als zuständig angesehen hat. Das hätten Sie mit ein paar Klicks herausfinden können.
    Anton
    Gemeint war natürlich 7.10.2023.
    Versteylen
    Beim ansonsten guten Kommentar vermisste ich den Verweis auf die am 7. Oktober NOCH IMMER in den Verliesen der Judenschlächter dahinvegetieren den, missbrauchten und gefolterten Verschleppten (100? 200?). Letztens war in einem Video einer davon zu sehen, und gleichwohl ihm inzwischen die linke Hand fehlte, dürften die Eltern des jungen Mannes froh über das erste Lebenszeichen ihres Sohnes seit sieben Monaten gewesen sein... Er beklagte, dass er und seine Leidensgenossen unterernährt, ohne ausreichend Wasser und ganz oder teilweise im Dunkeln gehalten werden, und DAS ALLEINE ist nichts anderes Folter... Bereits lange zuvor wurde bekannt, dass die Frauen den "Kämpfern" als Sexsklavinnen dienen, und mir kann niemand erzählen, dass ALLE Nicht-Hamas-Gaza-Bewohner davon und von diesem ungeheuren Verbrechen INSGESAMT, das wie der Plot eines üblen Horrorfilms anmutet, nichts wissen - zumal die Tunneleingänge sich ja in ganz normalen, ZIVILEN Gebäuden befinden; in einem Video sah ich einst einen solchen Eingang in einer AUTOWERKSTATT...
    kavenzmann
    Es gibt keine Zivilisten in Gaza. Mit Ausnahme von Kindern unter sechs Jahren.
    ExFAZAbo
    Was nicht alles so bekannt ist, wenn es um israelische Darstellungen und die daraus abgeleiteten "Rechte" auf einen "Gegenschlag" angeht. Was ist eigentlich aus dem Baby im Backofen geworden oder den angeblichen geköpften Babys? Sie wissen schon, was ebenfalls "bekannt" gemacht worden ist, als es darum ging die Monstrositäten des 7. Oktober zu schildern. Und von dem überhaupt nichts übrig geblieben ist.


    Versteylen
    Zu den widerlichen Ergüssen eines faktophoben, zynischen MONSTERS werde ich mich nicht weiter äußern.
    Anton
    Solche persönlichen Beschimpfungen anderer Kommentatoren sind nicht hinnehmbar und sprechen natürlich dafür, dass ExFAZAbo mit seiner Anmerkung den richtigen Punkt getroffen hat!
    ExFAZAbo
    Genau diese Ergüsse hinterfrage ich ja, ich dachte Sie könnten (so gut informiert, wle Sie sich zu dem Thema ja immer geben) hier für Erhellung sorgen. Etwa nicht?
    Versteylen
    Ach ja; die gute, alte Goebbels-Schule des Gaslightings und der Rabulistik, was? Und Sie glauben, DAMIT könnten Sie IRGENDWIE überzeugen; echt...? Das ist ähnlich plausibel wie das gesamte "Nazi-Nazi"-Gelalle von ähnlich verlorenen Figuren aus der kafkaESKEN Ecke, ähnlich triftig wie so'n Habeck oder die gesamte Klimasekte.

    Hier, Sie menschliches Wrack: https://www.youtube.com/watch?v=-gyyc6KYJ-E - aber in Gestapo-Augen wie den Ihrigen ist das sicherlich auch wieder nur Propaganda, nein...?

    Wann in den letzten vier Jahren haben Sie eigentlich Ihre Menschlichkeit aufgegeben?
    Antworten Sie nicht; ich werde mir Ihren zynischen Dreck eh nicht länger antun.

    ExFAZAbo
    In Ihrem Link ist rein gar nichts von den angeblich getöteten israelischen Babys zu finden. Also einigen wir uns darauf, dass das einfach nur israelische Propaganda war um die Empörung anzuheizen, nicht wahr? Was ja ganz hervorragend bei Ihnen funktioniert hat.

    Ihre peinlichen ad hominem Attacken können Sie sich tatsächlich sparen. Komisch, dass diese hier generell gestattet scheinen. Aber natürlich nur von einer Seite.

    Ich könnte bei Bedarf übrigens zig Bilder von zerbombten palästinensisc hen Babys und Kindern liefern. Aber hier ist ja die gute alte Devise, dass Israel es den Palästinensern nie verzeihen wird, wozu sie sie getrieben haben.

    Ich hoffe, dass auch hier im Kontrafunk irgendwann eingestanden wird, dass man sich verrannt hat.

    Piit
    Wir leben in einer Zeit der Übertreibun gen, der Empörungen. Und wir sollten (allgemein) versuchen, ein realistisches Bild zu bekommen. Es gibt berechtigte Empörung und Scheinempörung. Im Nahost-Konflikt stellt sich die Situation so dar, dass es seit Jahrzehnten unhaltbare Zustände gibt, die von allen relevanten Seiten zu ihren Gunsten ausgenutzt wird (Vorsicht: Propaganda!, Glauben wir nicht alles!). Deshalb finde ich solche Menschen interessant, die ihre eigene Gruppe kritisieren. ZB Ilan Pappe, Norman Finkelstein, Mosab Hassan Yousef. Der Historiker Ilan Pappe hat aufgrund historischer Dokumente (zB Tagebücher von David Ben-Gurion) nachgewiesen, dass es bereits vor 1948 ethnische Vertreibungen von Palästinensern gab (u.a. Plan Dalet). Es ist wohl auch nicht zu bestreiten, dass Israel keinem Palästinenser eine Träne nachweint, der nicht mehr im Staat Israel oder in den besetzten Gebieten lebt (Die 'Demographie-Frage' handelt von der Angst, dass es irgendwann 'zu viele' Palästinenser gibt). Es ist ebenfalls offensichtlich, dass die Stärkenvertei lung klar auf Seiten Israels ist (und technologisch immer war): 'mit Kanonen wird auf Spatzen geschossen'. Für mich ist auch offensichtlich, dass dieser Konflikt nicht militärisch gelöst werden kann, sondern dass die Gräben bloss tiefer werden (immer mehr Militär- und Polizeistaat, immer hartnäckigere Widerstandskämpfer). Die Menschen der anderen Seite als Menschen wahrnehmen statt zu dämonisieren , ist dringend nötig!
    Helmchen
    Ihr Kommentar ist deutlich gehaltvoller als der vorhersehbare Kommentar in der Sendung. Es zeigt sich eben, dass der Kontrafunk von langjährigen Gewächsen der Mainstream-Medien geleitet und finanziert wird. Leute wie Müller-Ulrich und Hahne beziehen ihren finanziellen Wohlstand vermutlich aus den üppigen Pensionszahlung en unserer Gebührengelder und verwenden ihre finanziellen Möglichkeite n nun, um ihre eigene politische Sichtweise zu promoten. Genau wie die anderen Mainstream-Journalisten, aber hier eben in transatlantisch -konservativer Tönung. Da die Aktionäre alle wohlhabend sind, wird der Kontrafunk seine Filterblase wohl auch lange bespielen können. Ich bin gespannt, wann hier kritische Kommentare genauso gelöscht werden wie bei Zeit- oder Spiegel-Online.
    venabili
    Übertreibun gen und Empörungen sind immer schon gewesen; die bedächtigen "realistischen" Leute sind immer in der Minderheit. Es bedarf eines Intellektuellen Unterbaues aus ehrlichem Streben nach Wissen und einer gewissen Demut. Diese spreche ich den Verantwortliche n beider Parteien (Israel[]Palästinenser) rundweg ab. Sie zitieren israelische Kritiker Israels, aber was passiert mit intra-palästinensisc hen Kritikern der Hamas oder Hizbollah? Zwei oder drei Kugeln in den Kopf? Natürlich wird der Konflikt nicht militärisch gelöst werden können aber beide Treiber haben bis jetzt unmittelbares Interesse, dass er andauert. Der Rest der beteiligten Menschen ist Verfügungsmasse . Porce miseria!
    Josef Brodacz
    Gut gebrüllt, Löwe!
    Erlaube mir eine Differenzierung zu "Treiber": Ein Treiber steht dem anderen Treiber auf der Gurgel. Worauf dieser verzweifelt nach Luft schnappend mit einem Taschenmesser auf die stahlbewehrte Stiefelkappe seines Peinigers einsticht.

    Dieser heult wütend auf und schreit "Terror!" Und drückt diesem Terroristen unter Duldung der allein von Anstand und Moral geleiteten westlichen Wertegemeinscha ft erst recht die Luft ab. Und die geistig-moralische Elite dieser Kolonien, die den vom Hegemon oktroyierten Fetisch namens Holocaust und die darauf gründende ewige Erbschuld seit Jahrzehnten wie eine Monstranz vor sich herträgt, applaudiert begeistert. Und delegitimiert damit jede Empathie für den auf dem Boden liegenden "Treiber" erfolgreich als verabscheuenswürdigen Antisemitismus.

    Diese Narrative werden seit Gründung Israels mittels Lufthoheit hegemonialer Propaganda erfolgreich verbreitet. Beson ders hartnäckig halten sie sich in der intellektuellen Wüste systemnaher historischer "Wissenschaften".

    Der Westen hat diese ganze Propaganda so perfekt internalisiert, daß jede Kritik am herrschenden Narrativ umgehend für Empörung sorgt. Die aber sofort dafür genutzt werden kann, Unliebsames aus der öffentliche n Wahrnehmung zu drängen.

    So ist der gesamte Wertewesten aktuell förchterlich entrüstet ob der Pro-Palästina-Proteste und sieht überall Antisemitismus. Währenddesse n setzt Israel mit dem Okay der USA die ethnische Säuberung Groß-Israels unverdrossen fort.

    Piit
    Eine gute Methode ist auch, die Fragen umzudrehen:
    Geiseln der Hamas? -Sind nicht die vielen gefangenen Palästinenser, die in israelischen Gefängnissen schmoren (mit und ohne Urteil), irgendwie auch Geiseln?
    Viele Palästinenser sind Hamaskämpfer?- Sind nicht alle Israeli Kämpfer in der israelischen Armee, die am Zwangsrepressio nsapparat gegen Palästinenser eingesetzt werden?
    Existenzrecht Israels?- Existenzrecht der Palästinenser? Widerstandsrech t gegen Besatzung?
    Unterstützung der Palästinenser streichen?- Auch Streichung der Unterstützung Israels durch USA und Tausender von NGO, Stiftungen, etc?
    Gewalttätiger Befreiungskampf der Palästinenser illegitim (ich bin gegen jede Gewalt)?- War der Terrorismus der Juden in den 1940er Jahren in Palästina (King David Hotel, Deir Yasin, etc) genauso verwerflich?
    Brutales Vorgehen gegen Besatzer nicht gerechtfertigt?- Aber Mossad Exekutionen sind okay (iranische Botschaft in Damaskus, USA: Soleimani)?
    Hinterfragen wir unsere Prägung (Konditionierun g)? Haben wir Geschichten gehört, wo Palästinenser die 'Guten' sind, oder werden sie grundsätzlich als die 'Bösen' geframt?
    Wie so oft, können Opfer zu Tätern werden und Täter zu Opfer.


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